| Zahnimplantate sicherer setzen - Zuse Institut Berlin |
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Fortschritte in der dentalen Bildgebung
Wissenschaftler des Zuse-Instituts Berlin (ZIB) erhielten Auszeichnung für ein Verfahren zur automatischen Rekonstruktion des Unterkiefers aus medizinischen Bilddaten ![]() Ein in den Kieferknochen eingebrachtes Implantat darf Risikostrukturen, wie beispielsweise die im Kieferknochen verlaufenden Nerven, nicht verletzen. Die Behandlungsplanung anhand von dreidimensionalen Bilddaten erfordert somit nicht nur eine verlässliche Lokalisation der Knochengrenzen, sondern ebenso der Zahnwurzeln und Nerven in den Bilddaten. Dieser Prozess der Lokalisierung (auch Bildsegmentierung genannt) ist im Allgemeinen sehr zeitaufwändig, da die anatomischen Strukturen über eine Vielzahl von Schnittbildern der tomografischen Aufnahme erkannt und klassifiziert werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine verlässliche Erkennung dieser Strukturen nicht immer in allen Bildern möglich ist, da Störungen, die durch limitierende Bildgebungseigenschaften bzw. durch metallene Füllungen oder vorhandene Implantate verursacht werden, die relevante Bildinformation überlagern. Besonders die Nervkanäle sind wegen ihrer geringen Ausdehnung und ihres schwachen Kontrasts zum umgebenden Gewebe selbst unter optimalen Bedingungen nur schwer über ihren gesamten Verlauf zu lokalisieren. Ziel ist es daher, die Bildsegmentierung so genau und verlässlich wie möglich zu gestalten und diesen Vorgang für die zahnärztliche Routine zu automatisieren. Für die dentale Bildgebung ist dabei insbesondere von Bedeutung, die Kiefergelenke in ihrer Form und Lage so genau wie möglich zu erfassen, sowie die Nervkanäle sicher und verlässlich in den Bilddaten zu erkennen.
![]() rechts: medizinische Bilddaten geringer Qualität (Pfeile deuten auf einen Nervenkanal)
Diesem Ziel sind die Wissenschaftler Dagmar Kainmüller, Heiko Seim, Hans Lamecker und Stefan Zachow, der Arbeitsgruppe 'Medizinische Planung' am ZIB nun einen großen Schritt näher gekommen. Sie stellten auf der Internationalen Konferenz zum Thema Medizinische Bildverarbeitung und computergestützte Intervention (Medical Image Computing and Computer Assisted Intervention - MICCAI) in London ein dort preisgekröntes Verfahren zur automatischen Segmentierung des Unterkieferknochens aus tomografischen Bilddaten vor. Die Aufgabe bestand darin, innerhalb von drei Stunden aus 7 klinischen Datensätzen, ohne Benutzerinteraktion den Kieferknochen zu rekonstruieren (segmentieren). Dabei kam es weniger auf Schnelligkeit an, als vielmehr auf Qualität. Als Qualitätsmaß wurde der Prozentsatz der Schnittbilder der tomografischen Aufnahme herangezogen, in denen ein erfahrener Radiologe das Ergebnis als korrekt ansehen und selbst nicht mehr korrigieren würde. Jedes Bild, in dem keine Korrektur notwendig ist, reduziert den manuellen Aufwand bei der Bildsegmentierung, wodurch sich die klinische Einsatzfähigkeit einer bildbasierten Planung erhöht. Durch das am ZIB entwickelte Verfahren konnte der manuelle Aufwand der Segmentierung auf weniger als ein Viertel der rein manuell benötigten Zeit reduziert werden. |

