Bericht
„Navigation, Sensorik, Robotik und Simulation –
die neue Dimension für die Chirurgie“ war das
Motto der
4. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Computer-
und Roboterassistierte Chirurgie (CURAC 05), die in diesem
Jahr vom 22.-24. September in Berlin stattfand. Organisiert
wurde die Tagung von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. P.M. Schlag
und seinen Mitarbeitern an der Klinik für Chirurgie
und Chirurgischer Onkologie, Charité -Universitätsmedizin
Berlin, Campus Berlin-Buch. Mehrere Arbeitsgruppen dieser
Klinik beschäftigen sich seit Jahren mit Computer-
und Roboterassistierter Viszeral- und Tumorchirurgie,
sowie Telemedizin.
Traditionsgemäß wurden drei Satellitensymposien
erfolgreich unter dem Dach der CURAC veranstaltet, welche
das eigentliche CURAC-Programm hervorragend ergänzten:
Die 5. Jahrestagung der Sektion für Minimal-invasive,
Computer- und Telematik-assistierte Chirurgie (CTAC) der
Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, das Jahreskolloqium
des DFG-Schwerpunktprogramms 1124 "Medizinische Navigation
und Robotik" und das 6. Treffen des Arbeitskreises
"Medizinische Visualisierung" der Deutschen
Gesellschaft für Informatik.
Verteilt auf zwei Tage gab es neben zwei Keynote Lectures
insgesamt 40 Vorträge in 8 Sitzungen und 81 Poster
in 12 geführten Postersitzungen. Alle drei Satellitensymposien
fanden am dritten Tag mit insgesamt noch einmal 40 Vorträgen
statt. Das Ziel der CURAC 05 war es, den essentiellen
interdisziplinären Austausch verschiedener chirurgischer
Fachdisziplinen und zwischen Ärzten, Ingenieuren,
Informatikern, Physikern, Medizintechnikern und Ent-wicklern
noch stärker zu fördern. Durch nur einen gemeinsamen
Sitzungsstrang und eine attraktive Posterausstellung
wurde erreicht, dass die Sitzungen sehr gut besucht
waren und sich rege Diskussionen entwickelten, wie auch
in vielen positiven Rückmeldungen von Teilneh-mern
bestätigt wurde.
Das Programm inklusive aller Abstracts ist unter dem
Menüpunkt Programm zu finden. Herausragende Vorträge
und Poster wurden mit einem von der Firma NDI gesponsorten
Preis gewürdigt, der von einer Jury vergeben wurde.
Die Beiträge der Preisträger sind ebenfalls
auf der Webseite aufgeführt und umfassen die Themen
Neuronavigation, Diffusion Tensor Imaging, Schleudertraumadiagnose
und -therapie, virtuelle Endoskopie in der Neurochirurgie,
Ausbildungstraining in der HNO-Chirurgie und eine werkzeugzentrierte
Architektur für die Rechnergestützte Chirurgie.
Für die noch junge Gesellschaft war die Zahl der
Teilnehmer von 200 sehr erfreulich und zeigt die wachsende
Bedeutung der Computer- und Roboterassistierten Chirurgie.
Die Beteiligung von Medizinern und „Technikern“
war sehr ausgeglichen. Traditionell stark vertreten
waren Anwendungen aus der Neurochirurgie, HNO-Chirurgie
und MKG-Chirurgie. Nach diesen Schwerpunkten haben sich
vor allem Entwicklungen für viszeralchirurgische
Anwendungen ausgerichtet und etabliert. Neben den klassischen
methodischen Themen Robotik und Navigation gab es insbesondere
in der Visualisierung zwei thematisch besonders herausgehobene
Sitzungen zu den Themen Diffusion Tensor Imaging und
Augmented Reality.
Ein gelungener Beginn der Jahrestagung war der eingeladene
Vortrag von Frau Dr. Hernes vom SINTEF in Trondheim
über die Möglichkeiten der ultraschallbasierten
bildgestützten Therapie. Insbesondere stellte sie
beeindruckend dar, wie bei einem Klinikneubau die enge
Verzahnung von Klinik/Ausbildung und Forschung/Entwicklung
im Bereich der computer-gestützen Chirurgie von
Anfang an konzipiert wurde. Auf die Bedeutung und den
aktuellen Stand von OP-Simulatoren für die Ausbildung
ging Herr Prof. Dr. Szekely vom Computer Vision Laboratory
der ETH Zürich in der zweiten Keynote Lecture ein.
Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen und eigenen Forschung
stand der bisher vernachlässigte aber immens wichtige
Aspekt der Simulation von realistischen Pathologien.
Abgerundet wurde das Programm durch eine Industrieausstellung
aus dem Gebiet der Computer- und Roboterassistierten
Chirurgie. Diese war sehr gut besucht und wurde genutzt,
um bestehende Kontakte zu intensivieren und sich zwischen
Wissenschaft und Entwicklung auszutauschen.
Insgesamt war deutlich ein Zusammenwachsen der noch
jungen sehr interdisziplinären Gesellschaft spürbar.
Vielen Vorträgen war anzumerken, dass Mediziner
und „Techniker“ eine gemeinsame Sprache
entwickeln und jede Seite die Probleme und Lösungsansätze
des jeweils anderen besser versteht. Dies ist eine wichtige
Voraussetzung, um wirklich gemeinsam neue Systeme und
Therapieverfahren zu entwickeln, die praktisch anwendbar
und klinisch relevant sind.
Diesen Bericht im PDF-Format
finden Sie hier.
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